Deutsch liegt im Trend
Dem Turmbau zu Babel sei Dank, dass die Welt so zahlreiche Sprachen spricht. Deutsch ist der absolute Newcomer. Der Fachkräftemangel Deutschlands und der Kultstatus von Berlin führen eindeutig zum Bedarf an weiteren Sprachschulen in der Berlin, der Hauptstadt Deutschlands. Die Nachfrage ist riesig, die Wartelisten sind lang.
Die Auswertung der Branchendaten, Wettbewerbsanalyse und Befragungen potenzieller Deutschlerner zeigt, dass bis dato Deutschlernen im Trend liegt. Neben Englisch ist die deutsche Sprache sehr gefragt, schon allein wegen der wirtschaftlichen Situation bestimmter Staaten der EU bzw. auch weltweit. In Deutschland sehen die meistens Schüler und Schülerinnen ihre Zukunft.
Die Vielzahl der Sprachschulen in Berlin bietet „Deutschunterricht“ in Form von Intensiv- und Halbintensivkursen an. Darüber hinaus finden Deutschlerner auch Kurse zu Prüfungsvorbereitungen sowie weitestgehend eine herzliche und kompetente Betreuung in Sachen Freizeit, Unterkunft und Visaanträgen.
Die Mehrheit der Sprachschulen bietet ihre Kurse gemäß dem „Europäischen Referenzrahmen für Sprachenlernen“ an. Manchmal in Form von vierwöchigen Sprachkursen, manchmal auch schon im Zwei-Wochen-Rhythmus. Dabei ist die Stundenanzahl sehr entscheidend. Der gewöhnliche Deutschschüler nimmt zwischen drei bis vier Stunden pro Tag Deutschunterricht und fünfmal pro Woche. Der fleißige Lerner versucht sich sogar mit sechs Stunden pro Tag, was allerdings sehr ermüdend sein kann.
Der Europäische Referenzrahmen
Der „Europäische Referenzrahmen für Sprachenlernen“ sieht sechs verschiedene Sprachlevel (A1 – C2) auf jeweils zwei Stufen vor. Jedes einzelne Level kann erneut geteilt werden, so dass insgesamt zwölf verschiedene Sprachniveaus entstehen. Sofern ein Sprachniveau innerhalb von vier Wochen absolviert wird, kann der Deutschlerner bis zu zwölf Monate an einer Sprachschule Unterricht nehmen und das muttersprachliche Niveau erreichen.
Der einzelne Deutschkurs pro Sprachniveau wird von den Sprachschulen als Intensivkurs vermarktet. Die einzelnen Sprachschulen für Deutsch bieten diesen mit dem Fokus auf „Grammatik, Wortschatz, Hörverständnis, Kommunikation und Schreiben“ an. Sie sichern somit ein einwandfreies Lernen und Vorankommen entsprechend dem Sprachniveau und Wissensstand des Deutschlerners.
Das Standardkursprogramm
Das Standardkursprogramm sieht zwischen 16 und 20 Unterrichtseinheiten pro Woche und pro Kurs vor. Eine Unterrichtseinheit setzt sich aus 45 Minuten zusammen. Ideal ist, wenn die Sprachschulen eine kleine Gruppengröße aufweisen. Alle Teilnehmer am Sprachkurs kommen somit besser voran, können mehr sprechen und sich aktiver und mehr am Deutschunterricht beteiligen. Große Gruppen sind eher hinderlich für den Einzelnen. So melden sich die Schüler und Schülerinnen weniger, schweifen mit ihren Gedanken ab und folgen dem Unterricht nicht mehr ganz so konzentriert, als wenn sie vom Lehrer oder der Lehrerin öfter aufgerufen und aktiv mit am Unterricht beteiligt werden.
Nutzen des Deutschunterrichts
Viele Deutschlerner, die nach Berlin kommen, benötigen den Deutschkurs für ihre berufliche Zukunft. Einerseits dienen die Intensivkurse als optimale Vorbereitung auf das Studium und den Beruf, andererseits auch einfach nur für den Alltag und das Überleben in Berlin. Darüber hinaus sind die ebenso eine Grundvoraussetzung für den Antrag und den Erhalt eines Visums für einen Aufenthalt in Deutschland.
Visum und Krankenversicherung
Die meistens Schüler, die nicht den Staaten aus dem Schengener Abkommen angehören, benötigen größtenteils bis zu zwanzig Unterrichtseinheiten pro Woche.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schengener_Abkommen
Nicht EU-Mitglieder benötigen für einen Aufenthalt von über 3 Monaten in Deutschland ein Visum. Die Anforderungen an den Antragsteller liegen u.a. in der Teilnahme an einem Deutschsprachkurs mit einer bestimmten Mindestanzahl an Unterrichtseinheiten pro Woche. Um den Schüler über die bestehenden Bedingungen für eine Genehmigung durch sein Heimatland zu informieren und den Prozess des Antrages zu beschleunigen, ist es von großem Vorteil, wenn die einzelnen Sprachschulen in Berlin den Deutschinteressenten durch konkrete Informationen, Verlinkungen und Kontakte zu der Deutschen Botschaft und anderen Behörden informieren.
Des Weiteren ist für den Deutschlerner aus einem Nicht-EU-Staat bei seinem Aufenthalt in Deutschland ein Krankenversicherungsschutz absolut notwendig. Die Bedingungen differieren auch hier in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer und dem Heimatland.
Unterkunft in Berlin
Berlin ist Trend und ein absoluter Magnet in vielerlei Hinsicht. Das führt zur Wohnungsnot. Um den Deutschlerner die Anfangszeit in Berlin zu erleichtern, weiten die meisten Sprachschulen in der Hauptstadt ihr Angebot auf eine kostenpflichtige Unterkunftsorganisation für einen oder mehrere Monate aus. Die meisten Unterkunftsgeber, Gastfamilien oder Studentenwohnheime bieten ein Zimmer mit oder ohne Frühstück an. Alle Unterkünfte suchen die Sprachschulen überwiegend persönlich aus, so dass allen Deutschlernern ein herzlicher Empfang gewährt werden kann. Es wird besonders darauf geachtet, dass die Hauptsprache in den Unterkünften Deutsch ist, so dass der Schüler bzw. die Schülerin seine/ihre Deutschkenntnisse auch nach dem Unterricht erweitern, praktizieren und festigen kann.
Mehr dazu auf: http://kapitel-zwei.de
Konkurrenz der Sprachschulen in Berlin
Derzeit beschäftigen sich 90 Institute, Cafés, Vereine oder Selbstständige in Berlin mit DaF (Deutsch als Fremdsprache) und Fremdsprachen im Allgemeinen. Dennoch existieren laut Angaben einiger Sprachenzentren auf der Internationalen Messe für Sprache und Kulturen, der Expolingua, auch Wartelisten in den einzelnen Sprachschulen.
Entscheidend sind hierbei natürlich der Standort, der Preis und das Konzept. Um den Sprachenmarkt kämpfen nicht nur die großen Schulen wie z.B. das Goethe-Institut, sondern beispielsweise auch 60 kleinere Sprachenzentren, Schulen und selbstständige Lehrkräfte Deren Fokus liegt oft auf Integrations- oder Alphabetisierungskursen oder einem medizinischen, kaufmännischen oder mobilen Lernen. Der Lernfortschritt des Deutschlerners steht dabei stark in Abhängigkeit von seiner eigenen Motivation und Zielsetzung.
Der Deutschlerner
Die Eingrenzung kann sich als sehr schwierig gestalten. Die meistens Interessenten setzen sich im Allgemeinen aus hochmotivierten, zukunftsorientierten, weltoffenen und internetaffinen Menschen und Global Playern zusammen.
Demografische Segmentierung
Segmentieren wir demografisch, fällt zunächst die Gruppe der Studenten auf. Den Hauptanteil nehmen erwachsene, ausländische Studenten (Erasmusstudenten, temporäre Austauschstudenten) zwischen 19 und 31 Jahren ein. Die Vielzahl der Vorlesungen wird in deutscher Sprache gehalten. Das Sprachniveau B2 oder die TestDaF-Prüfung für C1 zählen oftmals zu den Zulassungsvoraussetzungen. Mit drei großen Universitäten, etlichen Fachhochschulen und der geringen Studiengebühren ist Berlin ein attraktiver Studienort.
Weiterhin bilden die Arbeitnehmer die zweite große Gruppe. Einen großen Marktanteil in Berlin generieren ebenso ausländische Arbeitnehmer, deren Arbeitsumfeld die deutsche Arbeitssprache verlangt. Der zunehmende Fachkräftemangel in Deutschland fungiert hierbei als unterstützender Faktor und Multiplikator. Laut einer Umfrage des DIHK rechnet jedes zweite Unternehmen in den kommenden fünf Jahren mit einem Fachkräftemangel im Bereich der Hochqualifizierten (Vgl. Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK): Mitarbeiter dringend gesucht! Fachkräftesicherung-Herausforderung der Zukunft. http://www.dihk.de/themenfelder/wirtschaftspolitik/arbeitsmarkt-soziales/ arbeitsmarkt/umfragen-und-prognosen/mitarbeiter-dringend-gesucht). Die Attraktivität des Arbeits- und Studienstandortes Deutschland und Berlin gewinnt an immer größerer Bedeutung.
Die dritte größere Gruppe setzt sich aus Sprachurlaubern, Touristen, Au Pairs (ab 16 Jahren) zusammen. Der Tourismus in Berlin verzeichnet ein stetes Wachstum. Vor allem 4-wöchige Auslands- bzw. Sprachreisen sind sehr beliebt und entsprechen dem europäischen Standard. Die deutsche Hauptstadt ist äußerst gefragt. Nach vorläufigen Berechnungen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg [2] besuchten Berlin im Jahr 2011 rund 11,2% mehr Personen als im Vorjahr. 2012 sollte die Zahl auf 10 Millionen steigen. Die Investitionsbank Berlin rechnet mit mehr als 22 Millionen Übernachtungen in Hotels und Pensionen. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/presse/presse_pm.asp?Sageb=450&PTyp=100&creg=BBB&anzwer =14 Laut Prognose wird in den nächsten 5 Jahren die 30 Millionen-Grenze erreicht.
Die letzte große Gruppe bilden Hausfrauen, Mütter, (Ehe-) Partner/innen.Auch im Bereich der Hausfrauen, Mütter und angesiedelten (Ehe-) Partner liegt großes Potenzial. Sie verzeichnen einen nicht geringen Anteil von ca. 10%. Sie sprechen wenig bis gar kein Deutsch und möchten z.B. aus familiären Gründen die deutsche Sprache erlernen oder perfektionieren.
Geografische Segmentierung
Segmentieren wir geografisch kommen circa 35-40% der gesamten Zielgruppe aus West- und Südeuropa, aufgrund der steigenden wirtschaftlichen Unsicherheit. Spanien nimmt Platz 1 ein, gefolgt von Italien, Frankreich oder England. Wir beobachten gleichfalls einen signifikanten Anstieg aus Griechenland.
Im Anschluss spielt der stetig wachsende Marktanteil der Deutschlerner aus Russland und Osteuropa (Polen, Ungarn, Rumänien, Tschechien und Serbien) eine große Rolle. Der geschätzte Marktanteil liegt bei ca. 20-25%. Die Nachfrage nach Deutsch aus dem asiatischen Raum (China, Japan und Südkorea) nimmt einen ebenso großen Anteil ein. In diesem Jahr verzeichneten wir zudem einen Anstieg von Studenten aus dem Nahen Osten (v.a. Israel).
Der Marktanteil der Deutschlernenden aus Nordeuropa, Skandinavien und englischsprachigen Ländern ist mit ca. 15% zwar gering, aber dennoch in zügiger Entwicklung. Zuletzt verkörpert der afrikanische Kontinent auch noch einen weiteren, aber sehr geringen Anteil. Die Ursachen hierfür liegen in den strengen Visumsvorschriften.
Abschließend sind wir auf die weitere Entwicklung des Lernwunsches der deutschen Sprache gespannt, nicht ganz unabhängig von der deutschen Politik und der wirtschaftlichen Entwicklung, national und im internationalen Vergleich gesehen.
(Jürgens, Isabell: Gästezahlen. Berlin-Tourismus steuert neuen Rekord an. http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1823125/Berlin-Tourismus-steuert-neuen-Rekord-an.html)
